Vorbereitung Korea-Reise 2008

Von heute an sind es noch genau zwei Wochen bis zum Abflug. Ich werde mit meinem koreanischen Freund 5 Wochen durch sein Heimatland Korea reisen. Es ist meine erste Reise außerhalb Europas und ich bin sehr gespannt was mich dort erwartet. Ich denke, dass ich die meisten Vorbereitungen getroffen habe, die nötig sind: Alle Tickets sind gebucht, übernachten werden werden wir bei Familienmitgliedern. Ich bin frisch geimpft und habe mir ausdauernde Sandalen gekauft. Es soll sehr warm und nass zu dieser Jahreszeit sein, aber ich hoffe darauf, dass die Monsumzeit bereits größenteils vorbei ist. Ich brauche kein Visum beantragen, solange ich mich weniger als 90 Tage in Korea aufhalte. Mir fehlen leider noch die nötigen Sprachkenntnisse um mich ganz alleine im Land fortbewegen zu können. Ich habe ernsthaft vor Koreanisch zu lernen, soweit man das in dieser kurzen Zeit kann, aber wenigstens lesen und nach dem Weg fragen sollte ich können. Noch sind zwei Wochen Zeit.

Gestern Abend habe ich auch schon mal die Wikipedia-Seite zu Südkorea durchgelesen. Und dabei sind mir schon einige Besonderheiten aufgefallen, mit der ich die koreanische Kultur besser verstehen kann. Eines der Grundelemente für das Verständnis der Menschen dort, scheint mir die Teilung des Landes in Süd- und Nordkorea zu sein. Die ständige Bedrohung aus dem Norden überfallen zu werden, ist für viele Süd-Koreaner Lebensalltag gewesen. Laut Wikipedia lässt diese Bedrohungsgefühl mittlerweile langsam nach. Trotzdem ist die Teilung ein permanentes Thema. Bis heute gibt es keinen Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern. Selbstverständlich werden Parallelen zur deutschen Gesellschaft gezogen, mit einigen Befürchtungen über die finanziellen Folgen einer Vereinigung der beiden Hälften, die sich sehr unterschiedlich entwickelt haben. Viele Familien wissen nicht ob ihre Verwandten hinter der Grenze noch leben, weil es keine Kontaktmöglichkeit gibt.
Aber noch eine andere Geschichte hat mich sehr berührt. Es ist wie eine koreanische Version von Romeo und Julia, nur dass diese Geschichte eine wahre Begebenheit ist. Lee Yoon-Hyung ist die dritte Tochter von Lee Kun-Hee, dem Präsidenten des größten Familienkonzerns in Korea. Er selber ist der dritte Sohn des Firmengründers von Samsung. (Samsung bedeutet übrigens “3 Sterne”. In Europa ist Samsung vor allem für seine Elektronikprodukte bekannt, in Korea ist es aber ein riesiger Mischkonzern, der vom kompletten Haus bis zur Lebensversicherung alles anbietet. Diese riesigen Familien-Clans nennt man in Korea “Jaebeol”. Um sich die Dimensionen bewusst zu machen: Samsung bezahlt ganz alleine 8 Prozent der gesamten  Steuereinnahmen von Südkorea.
Die Geschichte endet mit einem Selbstmord, hier sind die entsprechenden Nachrichtenartikel, einmal aus der Seoul Times, und der zweites aus der New York Times. Ich glaube die Artikel sprechen für sich selber.